Kultur

1. Erste menschliche Besiedelung

Ab etwa 8000 v. Chr., am Ende der letzten Eiszeit, bildeten sich günstigere Lebensbedingungen für eine menschliche Besiedelung Nordeuropas heraus. Die ersten Bewohner der Flämingregion lebten an den Niederungsrändern. Sie haben Spuren hinterlassen, die als archäologische Funde zu Tage treten. Zu den ältesten gehören die bei Cammer gefundenen Pfeil- und Speerspitzen sowie Klingen aus Feuerstein, die etwa 5000 Jahre alt sind. In der Jungsteinzeit (4000 – 1700 v. Chr.) begannen die Menschen, Ackerbau und Viehzucht zu betreiben. Durch Menschenhand veränderte sich das Landschaftsbild.

Eine erste flächendeckende Besiedelung wurde in der Bronzezeit (1700 - 700 v. Chr.) erreicht. Im Fläming lebte der germanische Stamm der Semnonen. Bronzezeitliche Hügelgräber im Naturpark (z. B. bei Neuendorf, Lüsse und Belzig) zeugen noch heute vom Totenkult der einstigen Bewohner.

2. Die Zeit der Germanen und Slawen

Ausgelöst durch Vorstöße der Hunnen im Osten begannen Ende des 4. Jh. in Europa nahezu alle Völker zu wandern, um neues Land in Besitz zu nehmen. Auch die damaligen Bewohner des Flämings schlossen sich zum überwiegenden Teil den Wanderungen nach Süden und Westen an.

Während des 7. Jh. besiedelten slawische Stämme aus dem Osten und Südosten die weitgehend verlassenen Gebiete vorrangig in Gewässernähe: an den Niederungsrändern und an den wenigen Wasserläufen auf der Fläminghochfläche. Das Territorium gehörte zum Stammesgebiet der Sorben. Ab dem 10. Jh. wurden kreisförmige Burgwälle in Holz-Erde-Bauweise errichtet. Überreste davon sind noch heute erkennbar, z. B. in Buckau, Görzke und Mörz.

Der deutsche König Heinrich I. schlug im Jahr 929 bei Lenzen an der Elbe die Heere der Slawen vernichtend. Das slawische Land wurde dem Deutschen Reich angegliedert und man begann mit der Christianisierung der Slawen. Kaiser Otto I. gründete zu diesem Zweck 948 das Bistum Brandenburg. Ein vorläufiges Ende fand die deutsche Herrschaft in den meisten Landesteilen mit dem Slawenaufstand 983.

3. Besiedelung durch deutsche Kolonisten

Der Slawenaufstand von 983 war der Beginn einer 150 Jahre währenden Zeit kriegerischer Auseinandersetzungen zwischen Slawen und Deutschen. Endgültig in deutschen Besitz gelangte die Flämingregion um Belzig ab 1140. Ein edelfreies Adelsgeschlecht, welches den Grafentitel führte, okkupierte die Gegend und baute die Burg Belzig zum Herrschaftszentrum aus. Albrecht der Bär, seit 1134 Markgraf der Nordmark, zu der auch der Fläming gehörte, nahm die slawische Brandenburg 1150 in Besitz. 1161 gründet der Brandenburger Bischof sein Domkapitel.

Ein groß angelegter Landesausbau begann auf Veranlassung des Brandenburger Markgrafen, des Magdeburger Erzbischofs, des Brandenburger Bischofs und der Herren von Belzig. Weil das Gebiet dünn besiedelt war, entsandten die neuen Landesherren sogenannte Lokatoren, um Bauern und Handwerker aus dem Westen anzuwerben. Sturmfluten an der flandrischen Küste hatten um 1100 den Bewohnern Besitz und Land geraubt. Es erging der Ruf: „Kommt her, ihr Franken und Flamländer, hier könnt ihr herrliches Wohnland erlangen!“ Mit ihren Siedlungen wurden weite Landstriche erschlossen. Viele Dorf- und Stadtgründungen sowie die Bezeichnung „Fläming“ sind auf jene Zeit zurückzuführen.