Die Landschaft

Geografische Lage

Der Fläming erstreckt sich mit einer Länge von 130 km und einer mittleren Breite von 40 km zwischen Elbe, Dahme und Baruther Urstromtal. Unterteilt wird er in den nur sanft gewellten Niederen Fläming, der ungefähr östlich von Niemegk und Treuenbrietzen beginnt, sowie den Hohen Fläming mit häufig über 100 m aufragenden Kuppen, der den westlichen Teil der Erhebung umfasst. Zwar wird der Fläming gerne als Mittelgebirge bezeichnet, doch an seiner Oberfläche ragt nur an wenigen Stellen im Süden und Südwesten das Festgestein empor.

Der Fläming besteht vor allem aus dem, was Eiszeit-Gletscher hinterlassen haben: Sand, Lehm, Kies und Gestein. Von den Niederungen der Belziger Landschaftswiesen steigt das Gelände mit einer deutlichen Hangkante 40 Meter hoch empor. Die Nord- und Südhänge fallen steil ab, während nach Westen hin das Gelände sanfter abfällt.
Mit 200,24 m über NN ist der Hagelberg bei Belzig der zweithöchste Berg des norddeutschen Tieflandes. Lediglich der Kutschenberg bei Ortrand ist 50 cm höher.

Die Altmoränenlandschaft des Hohen Flämings

Ganz Brandenburg ist geprägt durch die Hinterlassenschaften der letzten Eiszeit, der Weichsel-Kaltzeit. Ganz Brandenburg? Nein! Im äußersten Süden finden sich mit dem Fläming und dem Niederlausitzer Landrücken noch Reste der vorletzten Vereisung, der Saale-Kaltzeit. Im Südosten Brandenburgs wurden die meisten Zeugnisse dieser Zeit beim Braunkohle-Tagebau weggebaggert. So zählt der Hohe Fläming zu den ältesten Landschaften Brandenburgs.

Weichsel- und Saaleeiszeit im Fläming

Der Naturpark ist zweigeteilt. Die mehr als 140.000 Jahre alten Höhen des Flämings gehören noch zu den Altmoränen der Saalevereisung. Während der weiter nördlich gelegene Teil Brandenburgs in der jüngeren Weichseleiszeit (10.000 bis 115.000 vor heute) ein weiteres Mal von Eis bedeckt wurde, blieb der Hohe Fläming eisfrei. Die Niederungen der Belziger Landschaftswiesen hingegen verdanken ihre Entstehung den Schmelzwässern der Weichselgletscher. Sie sind damit bereits Teil der Jungmoränen-Landschaft.

Die Saalekaltzeit

Vor ca. 297.000 Jahren kühlte sich unser Klima allmählich ab. Eine neue Eiszeit, die Saalekaltzeit, stand bevor. Sie dauerte bis ca. 128.000 Jahre vor heute. Während dieser Zeit wechselten sich sehr kalte mit weniger kalten Perioden ab. Meist war es jedoch „einfach nur kalt“. Die Phasen der Eisbedeckung waren kurz und dauerten nur einige 10.000 Jahre. Aus Skandinavien kommend, gab es zwei große Gletschervorstöße, die den Fläming erreichten und das Gesicht der Landschaft stark veränderten: Den Drenthe- und den Warthevorstoß. Das Eis des Drenthestadiums reichte weit nach Süden, über den Fläming hinaus, bis an den Fuß der Mittelgebirge. Danach schmolz der Gletscher wieder nach Norden zurück. Das Eis des darauf folgenden Warthestadiums erreichte nur noch die Linie Lüneburger Heide – Fläming – Katzengebirge/Schlesien. Durch Ablagerungen dieser beiden Stadien wurde der Fläming entscheidend geformt.

Ablagerungen der Saalekaltzeit im Naturpark

Der heutige Fläming markiert eine Stillstandsphase der Gletscherbewegungen der Saalekaltzeit. Ausgedehnte Sanderflächen rund um Reppinichen und Hohenlobbese konnten sich hier erhalten: Wie eine Rampe fällt das Gelände sanft zum Elbtal ab. Die sandigen Böden zählen zu den ärmsten im Naturpark. Der Ackerbau ist hier an der Grenze der Wirtschaftlichkeit.

Endmoränen, Grundmoränen, Urstromtal

Beim Stillstand des Gletscherrandes und seinem anschließenden Rückschmelzen hinterlässt dieser eine Endmoräne. Sie besteht aus Material, das der Gletscher vor sich zusammengeschoben und gestaucht hat sowie aus all dem, was aus der Gletscherfront herausschmilzt und sich vor dem Eisrand anhäuft. Taut das Eis vollständig ab, sinken Ton, Sand, Steine und alles, was sonst noch im Gletschereis eingeschlossen war zu Boden. Dieser Absatz bildet als Geschiebemergel oder Geschiebelehm die Grundmoräne. Da Feinmaterial vom Schmelzwasser oft weggespült wird, sind die Ablagerungen oft grob (Findlinge, Steine und Kies). Der Höhenzug des Flämings ist im wesentlichen aus Endmoränen, Grundmoränen und Sandern aufgebaut.

Im Fläming findet man an vielen Stellen Findlinge (z. B. den Engelsstein bei Raben, den Koblodstein oder die Riesensteine bei Raben und in der Brautrummel). Weit verbreitet sind auch so genannte Lesesteinhaufen. Das sind Steine, die die Bauern beim Pflügen finden und am Rande der Felder aufgehäuft haben. Sie sind in Brandenburg als Geschützter Landschaftsbestandteil unter Schutz gestellt, da sie vielen Arten einen Lebensraum bieten.

Schmilzt ein Gletscher, entstehen große Mengen an Tauwasser. Da die Landschaft in Mitteleuropa zu den Mittelgebirgen hin ansteigt, konnten die Schmelzwässer der Gletscher nicht nach Süden abfließen. Stattdessen strömten sie parallel zum Eisrand in breiten Tälern, den Urstromtälern, nach Westen Richtung Nordsee. Die Urströme der Saalegletscher flossen im Fläming zur Elbe über Magdeburg in Richtung Bremen.

Die Talsysteme der Rummeln

Typisch für den Hohen Fläming ist sein stark verzweigtes System enger, 6 bis 12 m tiefer Talsysteme, Rummeln genannt. Der Begriff leitet sich wahrscheinlich von „Ramel“ aus dem Magdeburger Raum oder dem mecklenburgischen Wort „Rämel“ ab. Beides bedeutet Rinne oder Furche. Ihre Entstehung verdanken sie der Erosion durch Wasser. Während der Weichseleiszeit war der Fläming zwar eisfrei, doch der Boden war ständig gefroren. Die Schmelzwässer der im Sommer abtauenden Schneedecken konnten so nicht im Boden versickern. Sie flossen oberflächlich ab und schürften immer tiefere Rinnen aus. Auch im Zeitalter der mittelalterlichen Rodungen, als das schützende Waldkleid fehlte, konnten Niederschläge neue Rummeln ausspülen und alte vertiefen. Bei starken Regenfällen oder nach der Schneeschmelze können einige Rummeln heute noch Wasser führen. Die meiste Zeit des Jahres sind sie jedoch trocken. Als Refugium für Tier- und Pflanzenarten der Heiden und Magerrasen sind die engen, steilen und bis zu 3 km langen Täler, in denen kaum Ackerbau getrieben werden konnte, sehr bedeutsam.

Das Baruther Urstromtal

Tischeben und häufig nebelverhangen – so präsentieren sich die Belziger Landschaftswiesen dem Besucher. Erdgeschichtlich gesehen sind sie deutlich jünger als der Fläming. Ihre Entstehung verdanken sie der Weichseleiszeit. Während dieser Kaltzeit fanden die gleichen Prozesse, die während der Saaleeiszeit im Fläming abliefen,nun nördlich des Flämings statt. Das Schmelzwasser des Weichselgletschers, der bis in die Gegend südlich von Potsdam vorstieß, strömte bis an den Fuß der Altmoränen des Flämings und sammelte sich in einem Abflusstal, das nach der Stadt Baruth Baruther Urstromtal genannt wird. Das Wasser grub sich an einigen Stellen stark in die Hänge des Flämings ein und schuf so beispielsweise zwischen Ragösen und Wollin steile Hangkanten. Vom jahrhundertelang fließenden Strom mit seinen zahlreichen Seitenarmen blieb ein 3 - 5 km breiter Talboden, zu dem die Belziger Landschaftswiesen gehören. Direkt nach der Eiszeit stieg das Grundwasser an und das Gebiet versumpfte. Nach zwischenzeitlichem Trockenfallen hob sich vor etwa 7 - 8.000 Jahren der Grundwasserpegel erneut und das Tal vermoorte. Es entstand ein riesiges, von zahlreichen Bächen durchflossenes Niedermoor. Nach großflächigen Entwässerungen sind die Belziger Landschaftswiesen heute ein ausgedehntes Wiesengebiet und Heimat einer Vielzahl bedrohter Vogelarten.

Das Klima im Naturpark

Wer frische Luft schnappen will, ist im Hohen Fläming genau richtig. Dass hier ein Reinluftgebiet ist, bemerkte man schon früh. 1900 wurde deshalb in Belzig eine Heilanstalt für Lungenkranke eröffnet. Noch heute ist Belzig anerkannter Luftkurort. Das gute Klima verdankt man den weiten, dichten Wäldern und dem Fehlen größerer Städte oder Industrieanlagen. Die ausgedehnten Waldgebiete im Westen produzieren Frischluft und wirken als riesige Filter. Die offenen, windumtosten Gebiete zwischen Lübnitz, Schmerwitz und Hagelberg sind als Kaltluftentstehungsgebiete wichtig für den Klimaausgleich.

Innerhalb des Naturparks ist das Klima recht verschieden. Die meisten Jahresniederschläge fallen im Gebiet zwischen Raben, Medewitz und Schlamau. Hier steigen an den Hängen des Hohen Flämings die von Südwest kommenden Luftmassen empor, kühlen sich dabei ab und produzieren Niederschläge. Für das östlich gelegene Gebiet im Regenschatten bleiben nur 500-560 mm pro Jahr übrig. Im Südwesten ist es im Jahresdurchschnitt auch 1-2 °C kälter. Der Frühling beginnt hier einige Tage später und man sagt, dass auch einige Obstsorten weniger schmackhaft seien, als im Rest des Flämings.

 
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